Montag, 17. Dezember 2012

Die Kunst des Verzeihens

"Yofi ist ein mürrischer Nashornbulle. Er verdirbt sich die Freude am Leben, indem er immer zornig ist: mal auf den Mond, mal auf die Sonne, mal aufs Wetter. Am meisten aber auf ein Rhinozeros, mit dem er früher eng befreundet war. 
Eines Tages erscheint Yofis Großvater. Er belebt in ihm einen fast vergessenen Lebenstraum: eine Wanderung ans Meer. Die beiden Kolosse brechen auf. Während sie gemeinsam durch Afrika ziehen, erzählt der Großvater seinem Enkel, was er über das Leben weiß..."



So lautet der Klappentext des Buches Yofi oder Die Kunst des Verzeihens, das uns im November erreichte. Wer den "Kleinen Prinzen" oder "Die Möwe Jonathan" verschlungen hat, wird diese Geschichte mögen: In der Fabel vom schlechtgelaunten Nashorn geht es um tief menschliche Denk- und Verhaltensweisen.  Die Reise ans Meer, auf der die Protagonisten unter anderem quakenden Kröten, Löwen, Elefanten und einer Riesenschildkröte begegnen, versinnbildlicht eine innere Reise. Die Gedankenwelt des mürrischen Yofi erhält durch die Gespräche mit dem lebenserfahrenen Großvater Meru neue Impulse. Aber so viel geballte Weisheit ist nicht immer leicht zu ertragen. Eine Stelle, die uns besonders gut gefallen hat, findet sich dann auch in der Mitte des Buches, als der Großvater den Jungen fragt:
"Wo laufen wir heute entlang?"
"Ich muss mit dir reden", antwortete Yofi.
"Am besten unterwegs."
"Nein! Bevor ich weitergehe."
Der Alte horchte auf.
"Das hört sich dringend an."
Yofi atmete tief ein. Obwohl er seine Worte in der Nacht unzählige Male durchdacht und zurechtgelegt hatte, fiel es ihm jetzt schwer, sie auszusprechen.
"Es ist..., wenn du etwas erklärst...", begann er zögernd.
Meru lauschte interessiert.
"...ich fühle mich belehrt... Das gefällt mir nicht."

Die Reaktion des Großvaters auf diese Konfrontation ist eine der vielen spannenden Mini-Episoden, die dieses Büchlein so wertvoll machen. Quasi im Vorbeigehen entlarvt der Autor Oliver Bantle z.B. auch die Manipulation durch die Medien, indem er einen parasitenfressenden Kuhreiher als Nachrichtenübermittler auftreten lässt, der die Tiere an der Wasserstelle durch geschickt platzierte Schlagzeilen gegeneinander ausspielt. Daneben treten auch ein Wassertropfen und gierige Traumschlürfer auf den Plan, die allesamt dazu beitragen, dass Yofi die Welt aus vielen Blickwinkeln zu sehen bekommt.

Yofi ist eine schön zu lesende Geschichte, bei genauerem Hinsehen entpuppt sie sich als gehaltvolle Pralinenschachtel: Ein Buch, das man zwischendurch immer wieder aus dem Regal nehmen und irgendwo aufschlagen kann, um sich ein kleines Häppchen Lebenskunst zu verabreichen.

Erschienen ist die Geschichte zum ersten Mal im Jahr 2007, sie wurde in vier Sprachen übersetzt, und fast 10.000 mal verkauft. Trotzdem stellte der Erstverlag den Vertrieb des Buches nach nur zwei Auflagen ein - typisch, könnte man da anmerken.
Der Autor Oliver Bantle gründete daraufhin den Tigerbaum-Verlag und brachte seine Geschichte selbst wieder auf den Markt. Gut so! Das solide Hardcover und die angenehm festen Seiten sind ein haptischer Genuss für Bücherfreunde, und auch wenn der Begriff "Geschenkbuch" in diesem Zusammenhang etwas banal erscheinen mag: "Yofi" eignet sich hervorragend als Gabe für Menschen, die gerne Weisheitsgeschichten lesen.

Wir bedanken uns für das Rezensionsexemplar und verlosen es an eine/n unserer LeserInnen. Wer das Buch haben möchte, schicke bis zum 31.12.2012 eine Nachricht mit dem Betreff "Yofi" an


Um das Buch zu gewinnen, beantworte bitte folgende Frage: 
Wie würdest du reagieren, wenn jemand zu dir sagt:
"Ich fühle mich belehrt - das gefällt mir nicht?"

Die Verlosung findet in der ersten Januarwoche statt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Wir melden uns beim Gewinner und fragen ihn/sie nach der Postanschrift.

Wer das Buch kurzfristig als Weihnachtsgeschenk unter den Tannenbaum legen möchte, kann es direkt beim Tigerbaum-Verlag oder via Amazon bestellen. Es gibt auch eine Hörbuch-Version (Hörprobe hier) und eine e-Book-Ausgabe in deutscher und englischer Sprache (Kindle).

Montag, 3. Dezember 2012

Gott hat hohe Nebenkosten

Da war ich doch baff erstaunt: Ich wusste bisher nicht, dass Konfessionslose mit ihren Steuergeldern Caritas & Co. mitfinanzieren! Das allein wäre ja nicht schlimm, aber die Dokumentation der ARD war ein echter Augenöffner.



Bernadette K. wurde als Leiterin eines katholischen Kindergartens entlassen, weil sie sich von ihrem Mann trennte und zu einem neuen Partner zog. Ehebruch. Ein Verstoß gegen die Loyalität zur ihrem Arbeitgeber, hatte die Kirche entschieden und ihr gekündigt. Wie Bernadette K. arbeiten weit über eine Million Menschen in sozialen Einrichtungen für die Kirchen - in Kindergärten, Krankenhäusern, Schulen und Altenheimen. Sie alle unterliegen einem besonderen Arbeitsrecht. 

Mediathek der ARD

Donnerstag, 29. November 2012

Im stillen Kämmerlein

Wer nur meditiert,
ohne sich um seine Mitmenschen
zu kümmern,
praktiziert nicht effektiv genug.

Buddhistischer Kalenderspruch


Freitag, 16. November 2012

Verdrängung oder Weisheit?

Mit der Freude, der Schönheit,
den Farben des Lebens
sollte man sich gleichstimmen.

Je weniger man über die Wunden des Daseins spricht,
desto besser.

Oscar Wilde

Dienstag, 13. November 2012

Nichts einfacher als das?

Auch glaube ich,
dass ein schlichtes und anspruchsloses äußeres Leben
für jeden gut ist,
für Körper und Geist.

Albert Einstein

Unser modernes Leben kann mitunter ganz schön anstrengend und kompliziert sein. Wir haben nicht nur im Beruf viele Aufgaben zu bewältigen, auch das Privatleben wird zum Stressfaktor. Wer viele Möglichkeiten hat, steht vor der sprichwörtlichen Qual der Wahl. Darum ist es auch kein Wunder, dass sich viele Menschen nach mehr Ruhe sehnen. Die beschauliche Einfachheit, mit der frühere Generationen ihr Leben gelebt haben, ist dann aber oft so karg und einschränkend, dass sie als modernes Lebenskonzept schlichtweg nicht mehr funktioniert.

In der Sendung "Das einache Leben" diskutiert Gert Scobel mit dem Abtprimas Notker Wolf und der Philosophin Svenja Flaßpöhler über die neue Askese und den Rückzug aus dem Alltag. Davor, um 20.15 Uhr, gibt es die Wissenschaftsdoku "Gegen den Strom - Zurück in die Region".

3sat, 15. November 2012, 21 Uhr  (Wiederholung)

Freitag, 9. November 2012

Werden und Vergehen

Die Transformation der Welt kommt,
wenn wir uns selbst ändern.

Krishnamurti

Montag, 5. November 2012

Harte Zeiten - Neue Impulse durch Coaching?

In wirtschaftlich rauen Zeiten haben die meisten Menschen vor allem eins im Sinn: über die Runden kommen. Die große Nachfrage bei unserer letzten Buchverlosung ist symptomatisch: während allenthalben die Kosten steigen, sinken die Einkommen und die viel zitierte Schere zwischen "Arm und Reich" geht immer weiter auseinander. Erst mal den Lebensunterhalt sichern, lautet die Devise, alles andere gilt als purer Luxus. Sparen wir da womöglich an der falschen Stelle?

Vor gut zehn Jahren sah die Welt noch etwas anders aus. Die "New Economy" boomte, alle waren optimistisch, und große Unternehmen leisteten sich hausinterne Weiterbildungsmaßnahmen, in denen vornehmlich Führungskräfte, aber auch einfache Mitarbeiter so etwas wie "Persönlichkeitsentwicklung" erfahren konnten. Die weichen Faktoren sind im schwierigen politischen und wirtschaftlichen Umfeld seit 2001 immer weiter an den Rand gedrängt worden. Zahlen, Daten, Fakten bestimmen den unternehmerischen Alltag, Firmen trennen sich von ihren Mitarbeitern, um Kosten zu sparen, und die verbliebene Belegschaft strampelt im Hamsterrad. Auch hier geht die Schere auseinander: wenige haben viel Arbeit und viele von ihnen gehen langsam aber sicher unter der Last der Anforderungen in die Knie. Gesundheit ist keine rein körperliche Angelegenheit, sondern auch eine Frage der Psyche. Sicher: Wer körperlich fit ist, wird nicht so leicht krank. Wer mental stark ist, kann Stress besser bewältigen oder gar nicht erst aufkommen lassen.